Skulpturen


 

2008 / Scheibenskulptur "Geballt" (geschlossen + offen)

200 x 150 x 060cm (hxbxt), MDF, Stahl, 10Figuren, 1Schiene (geschlossen), 200Teile (Film/Dokumentation)

Die geschlossen Aufstellung der Arbeit verdichtet die einzelnen Figuren zu einem kompakten Gesamteindruck. Durch die Masse der Formen und die Variationen von Tiefe, Lichteinfall und Überschneidungen unterbindet die Skulptur einzelne Kontextzuschreibungen und eröffnet dem Betrachter vielmehr ein Schlachfeld der perspektivischen Eindrücke.

 

200 x 300 x 030cm (hxbxt), MDF, Stahl, 10Figuren, 1Schiene (offen), 200Teile

Durch die offene und angewinkelte räumliche Darstellung forciert die Arbeit die Vorstellungsvielfalt des Betrachters und dem damit oftmals verbundenen Wunsch die in der Vorstellung enstandenen Inhalte in die Tat umzusetzen.

 


 

2008 / Scheibenskulptur "Fata"

040 x 013 x 005cm (hxbxt), Dibond, Aluminium, 1 Figur, 1Schiene, 27Teile

Bei dieser Scheibenskulptur wird die Kraft der erotischen Silhouette mit ihrer Fleischigkeit überspitzt dargestellt und abnehmbar. Sowie die sieben Primärsilhouetten entfernt sind, reduziert sich die erotische Form zum reinen Bewegungsapparat.

s.a.u. Beschreibung Scheibenskulptur "Florenz"

 


2008 / Scheibenskulptur "Florenz"

040 x 013 x 005cm (hxbxt), Dibond, Aluminium, 1 Figur, 1Schiene, 20Teile

Die aus einer Aluverbundplatte erstellte Scheibenskulptur besticht durch ihre Reduzierung der Form. Erst bei näherer Betrachtung zeigt sich die zunächst klein und dezent gestaltete Skulptur in ihrer Formenvielfalt. So eröffnet sie in der Seitenansicht neben der eindeutigen Formensprache ein lustvolles Zusammenspiel der materiellen Reduzierung auf die Kraft der Silhouette und der damit verknüpften gedanklich plastischen Ausgestaltung des Betrachters und verwandelt sich dann in der Frontansicht zur technisch, skeletthaften Figur.

 


 

2008 / Scheibenskulptur "Fiona"

040 x 013 x 005cm (hxbxt), Dibond, Aluminium, 1Figur, 1Schiene, 20 Teile

s.o. Beschreibung Scheibenskulptur "Florenz"

 


 

2008 / Scheibenskulptur "Fabiola"

040 x 013 x 005cm (hxbxt), Dibond, Aluminium, 1Figur, 1Schiene, 20 Teile (Film/Dokumentation)

s.o. Beschreibung Scheibenskulptur "Florenz"

 


 

2008 / Sehnenfigur

200 x 050 x 040cm (hxbxt), Holz, Gummi, Stahl, 1Figur, 1Stativ

Die Sehnenfigur ist der Beginn eine neuen Skulpturenserie und Weiterentwicklung der Scheibenskulptur. Die hier noch sehr technisch anmutende Figur greift den Drang der einflussnehmenen Bewegungslust der Betrachter auf. In späteren versch. Überarbeitungen (u.a. auch der Oberfläche/Aussenhaut) soll diese Interaktion gefördert und gefordert werden. Der Betrachter soll sich in der Interaktion mit den Skulpturen begreifen und einbringen.

 


 

2007 / Scheibenskulptur "Balance"

160 x 200 x 030cm (hxbxt), MDF, Stahl, 2Figuren, 1Ständer, 40 Teile (Film/Dokumentation)

Bei dieser Scheibenskulptur wurde die Schiene durch einen Ständer ersetzt, um eine freiere Betrachtung zu ermöglichen. Das Weglassen der Schiene nimmt der Skulptur die gedankliche Veränderbarkeit. Das erstmalig zum Einsatz kommende farbige Material soll nicht in gewohnter Weise die Verdichtung der Formen bestärken, sondern vielmehr deren Verschränkungen verdeutlichen. Auch soll das inhaltliche Zusammenspiel des Paares durch die farbige Gestaltung hervorgehoben werden. Der Mann (schwarz) stützt die auf ihm liegende Frau (orange) in einer ausgeglichen Stellungskomposition..

 


 

2006 / Scheibenskulptur "Gemenge"

030 x 030 x 015cm (hxbxt), Dibond, Aluminium, 8Figuren, 1Schiene, 160 Teile

Die Beschaffenheit der Schiene ermöglicht vier versch. Tiefenstaffelungen der einzelnen Figuren, wobei die Überschneidungen die Körper derart verdichten, daß auf die detailierte Ausgestaltung der Silhouette verzichtet wurde.

 


 

2006 / Scheibenskulptur "Furkan"

040 x 013 x 005cm (hxbxt), Dibond, Aluminium, 1Figur, 1Schiene, 20 Teile

s.o. Beschreibung Scheibenskulptur "Florenz"

 


 

2006 / Scheibenskulptur "Fieke"

040 x 013 x 005cm (hxbxt), Dibond, Aluminium, 1Figur, 1Schiene, 20 Teile

s.o. Beschreibung Scheibenskulptur "Florenz"

 


 

2006 / Scheibenskulptur "Femke"

040 x 013 x 005cm (hxbxt), Dibond, Aluminium, 1Figur, 1Schiene, 20 Teile

s.o. Beschreibung Scheibenskulptur "Florenz"

 


 

2006 / Scheibenskulptur "Fatima"

040 x 013 x 005cm (hxbxt), Dibond, Aluminium, 1Figur, 1Schiene, 20 Teile

s.o. Beschreibung Scheibenskulptur "Florenz"

 


 

2006 / Lattenabdruck

200 x 050 x 060 cm (hxbxt), Holz, Stahlband

Der Versuch, Körperabdrücke in Holzstapeln (Dachlatten) herzustellen, war bisher nicht erfolgreich (keine angemessene Bildwiedergabe). Bei der Erstellung des eigenen Abdruckes war jedoch spannend zu beobachten/erfahren, wie die Stäbe den Körper nach und nach einschlossen und auf ihm kleine Einschnitte hinterließen.

 


 

2004 / Scheibenskulptur "Quadrat"

060 x 025 x 005 cm (hxbxt), Dibond, Aluminium, 1Figur, 1Schiene, 20 Teile

Bei dieser Scheibenskulptur wurde die erotische Silhouette negiert, so daß die Figur erst im Kopf begriffen werden muss, um ihre Körperlichkeit zu erhalten.

 


 

2004 / Scheibenskulptur "Ineinander"

060 x 025 x 005 cm (hxbxt), Dibond, Aluminium, 1Figur, 1Schiene, 20 Teile

Da dieses Einschienensystem die Figuren voreinander hält und sie nur schwer miteinander verschmelzen können, zeigt diese Arbeit verschiedene, von Mann oder Frau dominierte Seitenansichten.

 


 

2004 / Scheibenskulptur "Hohl"

060 x 025 x 005 cm (hxbxt), Dibond, Aluminium, 1Figur, 1Schiene, 20 Teile

Diese Scheibenskulptur verwandelt den erotischen Akt in ein mechanisches Körperwerk.

 


 

2004 / Scheibenskulptur "Galeon"

050 x 060 x 005 cm (hxbxt), Dibond, Aluminium, 5Figur, 1Schiene, 100 Teile

Diese Scheibenskulptur stellt ein geschlechterneutrales Figurenzusammenspiel dar, in dem sich erotische Gewalt und lustvolles Miteinander aufgrund der Körpergrößen, Stellungen und Figurenkonstellation die Waage halten.


 

2004 / Scheibenskulptur "Getümmel"

050 x 060 x 005 cm (hxbxt), Dibond, Aluminium, 5Figur, 1Schiene, 100 Teile

s.o. Beschreibung Scheibenskulptur "Galeon"

 


 

2003 / Scheibenskulpur "Porsche 911"

200 x 200 x 022 cm (hxbxt), MDF, Stahl, 3Figuren, 1Objekt, 1Schiene, 61Teile

Scheibenskulpturen

Auf der Vorlage von selbst entworfenen Schnittmusterbögen sägt der Künstler Gilbert Flöck aus industriell gefertigten MDF- oder Dibondplatten eine Vielzahl einzelner Formen aus, die er anschließend zu marionettenartigen Skulpturen zusammensetzt. Das Ergebnis dieser Verfahrensweise sind in ihrer Plastizität verflachte, auf eine dreidimensionale Evozierung von Körperlichkeit verzichtende Skulpturen, die dem Betrachter wie aufgerichtete Schablonen erscheinen. Ihren Halt finden sie durch die Verschraubung der Einzelteile mit Gewindestangen und die Einlassung in ein Schienensystem am Boden. Dadurch geben die Skulpturen den Anschein mechanisch beweglich zu sein. Diese Beweglichkeit ist jedoch absichtlich unterbunden, wie der Betrachter in seinem Verlangen sich haptisch zu vergewissern, feststellen muß: Die Skulpturen sind zur Inszenierung erstarrt.

Die skulpturalen ‚cut outs’ oder Scheibenskulpturen - wie Flöck seine in den Jahren 2003 bis 2004 entstandene Werkreihe überlebensgroßer und kleinformatiger Arbeiten betitelt hat - stellen ins Roboterhafte abstrahierte, nackte menschliche Gestalten dar, die zu Figurengruppen angeordnet sich miteinander in verschiedenen Haltungen und Stellungen sexuell betätigen. Die mit über zwei Meter Höhe überlebensgroße Figurenkomposition Porsche 911 beispielweise, zeigt das abgeschnittene Heckteil des Automobils auf dem eine nackte weibliche Gestalt sich von vorne mit ihrem Körper aufstützt. Hinter ihr steht eine männliche Figur mit erigiertem Geschlecht, die sie mit den Händen an Schulter und Hintern greift. Eine weitere weibliche Figur steht ihrerseits hinter der männlichen und verdeckt dieser mit den Händen die Augen.

Durch den Einsatz einer deutlichen sexuellen bzw. erotischen Bildsprache gelingt es Flöck mit seinen Skulpturen den Betrachter emotional anzusprechen und ihn zum Hinschauen zu verführen, wobei diese ungewohnte „Seh-Erfahrung“ die unterschiedlichsten Gefühle und Reaktionen bei ihm auslösen, die von Anziehung und Lust bis hin zur Ablehnung und schieren Provokation reichen. Flöck’s Skulpturen werden mitunter als kontrovers erachtet, weil sie die Diskretion des sexuellen Akts zur Schau stellen. Dabei ist die Frage, was uns der Künstler damit sagen will, womöglich zweitrangig. Bilder dieser Art haben sich schließlich längst in unserem kulturellen und sozialen Gedächtnis eingeprägt und seit alters her hat ihre Darstellung Künstler interessiert. Um nur einige wenige Beispiele aus der Kunst zu nennen, seien die Bilder der antiken griechischen Vasenmalerei, in denen die Liebe unter Sterblichen gewöhnlich als Gruppenbetätigung dargestellt wurde, wobei die Paare sich in unterschiedlichen Stellungen produzieren, angeführt; die japanischen Shungas des 17.-19. Jahrhunderts oder in der zeitgenössischen Kunst die von dem amerikanischen Künstler Jeff Koons in den 1990er Jahren produzierte Fotoserie „Made in Heaven“, in der er zusammen mit seiner Frau Ilona Staller die intime Privatheit des sexuellen Akts opfert, um damit zu provozieren.

Auf die Frage, warum er die Zurschaustellung des sexuellen Akts zum Thema seiner Werke macht, antwortet Flöck schlicht: „Lust- und kraftvoll sollten sie sein und sicherlich ist Erotik etwas, was mir bei der Arbeit an den Scheibenskulpturen die Hände beflügelt hat. Im Erotischen oder Kämpferischen oder Erotisch-Kämpferischen, sehe ich die einzige Möglichkeit, Körper in eine so kraftvolle Spannung zu setzen.“

Der provozierenden und gleichzeitig verlockenden Wirkung, die von seinen Skulpturen ausgeht, ist sich Flöck bewußt. Weit mehr von Bedeutung sind für ihn selbst die skulpturalen und bildnerischen Möglichkeiten, die das Zusammenmontieren unterschiedlich geformter Scheiben in die zweidimensionale Fläche hinein eröffnen. Dabei sind für ihn die Linie und Form wichtig, die wiederum die Dynamik der Skulptur und ihr Wirken in den Raum hinein bestimmen. Die Idee zu den Scheibenskulpturen hatte Flöck, als er darüber nachdachte, „eine Skulptur zu schaffen, die im Sinne von ‘etwas wegnehmen’ oder ‘etwas hinzufügen’ nicht in einer Materialschlacht enden sollte - also ohne meterdickes Material abtragen und zuvor anschaffen zu müssen“.

Die marionetten- und schablonenartigen Scheibenskulpturen, die Flöck im Laufe der letzten zwei Jahre geschaffen hat, sind vielgestaltig. Jede ist auf ihre Art und Weise anders. In den Raum gestellt, treten sie dem Betrachter als offensives und doch rätselhaftes ‚Statement’ entgegen. Sie irritieren und muten wie eigenwillige Behauptungen an, denen zugleich ein Moment von Absurdität anhaftet. Dabei machen sich die Scheibenskulpturen letztendlich aber nur dienstbar als Projektionsfläche unserer Vorstellungen. Trotz allen Anscheins sind sie das, was sie sind und was ein jeder selbst darin sieht. Die Scheibenskulpturen von Gilbert Flöck produzieren keinen Eklat, weil sie doch nur Bühne für ein „Welttheater“ sind, das längst schon existiert.

Brigitte Groth

 


 

2003 / Scheibenskulptur "Essecke"

180 x 400 x 022 cm (hxbxt), MDF, Stahl, 3Figuren, 3Objekte, 1Schiene, 83Teile

s.o. Beschreibung Scheibenskulptur "Porsche 911"

 


 

2003 / Scheibenskulptur "Barhocker"

200 x 200 x 022 cm (hxbxt), MDF, Stahl, 4Figuren, 1Objekt, 1Schiene, 81Teile

s.o. Beschreibung Scheibenskulptur "Porsche 911"

 


 

2002 / Scheibenskulptur

270 x 200 x 022 cm (hxbxt), MDF, 2Figuren, 1Schiene, 40Teile

Bei der Urfigur (im Bild o.r.) der Scheibenskulpturserie wurden Gesäß und Oberschenkel noch in einem Stück dargestellt. Erst die spätere Trennung dieser Körperteile ermöglichte einen natürlichen Bewegungsspielraum. Auch wurde die anfängliche Skulpturengröße von ca. 270cm anschließend auf ein natürliches Maß verkleinert.

 

                                Gilbert Flöck • Atelierhaus Kunstwerk - Raum 400 • Deutz-Mülheimerstr. 127 • 51063 Köln                                        login   out
Tel.: 0221-2605094 • Mob.: 0160-5172181 • eMail: x@gil-floeck.de