Performance

 


 

2007 "Möbel wollt ihr ewig leben"

    
Inszenierung und Zerstörung einer (re)konstruierten "Wohnwirklichkeit":

Die Szene, Gegenstände und somit die Aussenhaut der Dinge werden gewaltsam zerschlagen und aufgebrochen und verlieren wie in einem Zeitraffer ihre Oberflächenspannung, ihren Glanz und ihre erste Bedeutungszuschreibung. Alles verschwimmt im Chaos, in der Gewalt und in der Vergänglichkeit. Übrig bleiben zerfetzte Teilstücke, die von ihrem ursprünglichen Ort/Möbel abgetrennt, verworfen, bedeutungslos und formbefreit ineinander, untereinander, aufeinander umherschwimmen. Noch ist gefühltes Chaos. Noch ist die Vorstellungskraft bemüht, die altbekannte Ordnung der Dinge wiederherzustellen, um Ruhe zu finden.

Jetzt wird aufgeräumt und Entstehung provoziert. Veränderung an Oberfläche und Struktur wird hingenommen, wird berücksichtigt, wird gewollt mit einbegriffen, wird konzeptionell. Die Dinge haben sich verändert, doch die Funktion bleibt. Wann ist ein Tisch ein Tisch ein Tisch... Gewaltsam aufgebrochene Verbindungen, bekannt Gesehenes wird durch Kleben, Nieten, Nageln, Schrauben neu verbunden. Alle zugleich kämpfen gegen das Bestandene, um neue Verbindungen zuzulassen. Doch noch ist die Ursprungsfunktion der Dinge dominantes Strukturelement.

Erneut wird die zerbrechliche Ordnung mittels Gewalteinwirkung zerstört. Dreimal wird der Gewaltexzess wiederholt, bis selbst die altbekannte Ordnung der Funktionszugehörigkeit aufgelöst die Dinge zu Masse verkommen läßt. Ende Aus und Übrig.



 

2006 / "Körperspuren"


Flöck, Olaf B.

Die täglich mehrfach aufgeführte Performance „Körperspuren“ sollte das enge, aber schwierige Zusammenspiel von kantigen Möbeln und weichen Körpern aufzeigen. Sie sollte die Nutzungszuschreibung der Dinge aufheben. So wurden Möbel als Kletterparcour mißbraucht. Eingekreidete Körper hinterließen auf den anfangs dunkelschwarzen Oberflächen viele Berührungsspuren, während die Möbel (erst später gut sichtbare) blaue Flecken auf Arme und Beine zeichneten.



 

2005 / "Ringkampf"


Flöck, Olaf B. und Amir N. (Film/Dokumentation) (Film/Dokumentation)

Die im Vorfeld mit zwei Hautfarben (lachsrot, lachsblau) sowie schwarz und grau eingefärbten Schaumgummiflächen werden mit jeweils einem weissen Leinwandrahmen verkleidet. Durch die kraftvollen Körperberührungen drückt sich die Farbe auf die Leinwand und verteilt sich wiederum über die Körper auf die Leinwände. Nach vier Kampfeinheiten konnte jede Leinwand mit den vier versch. Unterfarben in Berührung kommen, so daß vier Bilder mit einer ähnlichen Farbkomposition enstanden.



 

2004 / "Alltagsberührung"


Flöck, Stefanie M. (Film/Dokumentation) (Film/Dokumentation)

Die Performance entstand aufgrund einer längeren Singlephase und der damit verbundenen schmerzhaften Erfahrung, daß gewisse Körperzonen in dieser Zeit weitestgehend unberührt bleiben. Selbst die wenigen freundschaftliche Gesten gerieten aufgrund starker Unklarheit und dem Fehlen allgeingültiger Verhaltensregeln zum reinsten Spiessroutenlauf.

Geschäftlich - rational-blau: Personen gehen aufeinander zu und berühren sich. Die Kontaktflächen beschränken sich auf die Hände (Handschütteln), Unterarme, Schulter. Der Bewegungsmodus ist klopfend und drückend.

Freudschaftlich - halbemotional-gelb: Personen gehen aufeinander zu und berühren sich. Die Kontaktflächen beschränken sich noch stark auf Aussenflächen von Kopf, O-Körper (umarmen), Armen und Beinen. Der Bewegungsmodus ist klopfend-leicht streichend.

Erotisch - emotional-rot: Personen gehen aufeinander zu und berühren sich. Die Kontaktflächen konzentrieren sich stark auf Innenenflächen. Kopf, Arme, O-Körper, Beine, Geschlechtsbereich, Po, Gesicht……. Der Bewegungsmodus ist streichend, streichelnd.

Waschgang: Die eingefärbte Kleidung wird ausgezogen und in die Waschmaschine gesteckt. Der Waschgang gibt den Pausenzyklus vor. Die Wäsche symbolisiert die immer neue unvorbereitete und schüchterne Kontaktaufnahme von Körper und Geist, soll jedoch auch anhand von möglichen Farbresten Spuren vorhergegangener Berührungen und Erfahrungen versinnbildlichen. Sowie der Waschgang abgeschlossen ist, vollzieht sich der nächste Akt.


 

                                Gilbert Flöck • Atelierhaus Kunstwerk - Raum 400 • Deutz-Mülheimerstr. 127 • 51063 Köln                                        login   out
Tel.: 0160-5172181 • eMail: x@gil-floeck.de