2008 / Lichtprojektion "Kunstzitate"
Lichtprojektion, KunstWerk/R.400 auf Gebäude Ferdinandstrasse (tägl. 19-24 Uhr)
Ein Jahr lang wird der Künstler Gilbert Flöck Kunstzitate von seinem Atelier Raum 400 (im Kunstwerk) auf die gegenüberliegende Hauswand projizieren. Die Vielzahl dieser 52 (wöchentlich wechselnden) Texte und Sprüche spiegeln die Interpretationsvielfalt und oftmalige Widersprüchlichkeit des Kunstbegriffes wieder. Die allabendlich erscheinende Projektion im öffentlichen Raum soll den Standort des Atelierhauses "Kunstwerk" mit ihren Kunstschaffenden verdeutlichen und die Öffnung nach innen und außen bestärken.
2006 / Fotoinstallation "Kulturwaisen"
009 x 013 x 002cm (hxbxt), MDF kaschiert, 900Teile
Werner Rogalla ist so ungewöhnlich wie seine Fotografien. Der 50jährige gelernte Schlosser und Hobby-Fotograf lebt heute im Männerwohnheim Johanneshaus in der Kölner Annostrasse. Seine Lust, unzählige Photos zu schießen, begründet er mit dem Kampf gegen die Langeweile und den Alkohol. Fotografieren ist ein wichtiger Bestandteil seines Lebens geworden, vielleicht sind deshalb auch so viele Selbstportraits unter seinen Arbeiten. Gilbert Flöck, freischaffender Künstler und als Pädagoge teilzeitbeschäftigt im Männerwohnheim, entdeckte zwischen Tabakresten, Kaffeemaschinen, auf Fensterbänken und Kommoden verteiltes und unsortiertes Bildmaterial von Werner Rogalla. 9x13, matt und direkt sind sie voller emotionaler Bildschatten. Diese Fotos spiegeln die Kraft und Zerrissenheit wider, mit der die Szene täglich aufwacht, in der Rogalla lebt, und in der Flöck nur zu Besuch ist. Auf engstem Raum drängen sich die auf MDF kaschierten, passgenau angebrachten ca. 900 Exponate, ausgesucht und arrangiert von Gilbert Flöck. Die Hängung reißt am Auge des Betrachters, gibt zunächst Einzelheiten frei, schützt sich in der Masse und lädt am Ende zu einem (fast) ästhetischen Gesamteindruck ein. So befinden sich die Bilder in Einklang mit dem lebensvollen öffentlichen Aufenthaltsraum des Männerwohnheimes. Für die Szene ist dieser Ort wie ein Bahnhof. Hier ist, wer wohnt, durchreist, besucht, flieht, trinkt, feiert, schreit und lacht. Jeder Einzelne ist hier unter sich. Alle sind Kulturwaisen.